walten


walten

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wal|ten ['valtn̩], waltete, gewaltet <itr.; hat (geh.):
als wirkende Kraft o. Ä. vorhanden sein:
überall waltete Vernunft; ich will noch einmal Gnade walten lassen (nachsichtig sein).
Syn.: existieren, herrschen, wirken.

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wạl|ten 〈V.; hat; geh.〉
I 〈V. intr.〉
1. wirken, herrschen
2. 〈veraltet〉 gebieten
● seines Amtes \walten 〈a. scherzh.〉 die mit seinem Amt verbundenen Aufgaben, Pflichten erfüllen; hier \walten gute, hilfreiche, rohe Kräfte; das Walten der Natur, der Naturgesetze; Gnade \walten lassen Nachsicht üben; Vorsicht \walten lassen vorsichtig sein; schalten und \walten 〈verstärkend〉 arbeiten, handeln; ich kann hier schalten und \walten, wie ich will; im Hause \walten das Hauswesen versorgen
II 〈V. tr.; veraltet; nur noch in der Wendung〉 das walte Gott! das möge Gott geben!
[<ahd. waltan; zu idg. *ual- „stark sein“]

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wạl|ten <sw. V.; hat [mhd. walten, ahd. waltan, eigtl. = stark sein, beherrschen] (geh.):
a) (veraltend) gebieten, zu bestimmen haben, das Regiment führen:
ein König waltet über das Land;
im Haus waltete die Mutter;
b) als wirkende Kraft o. Ä. vorhanden sein, herrschen:
in diesem Haus waltet ein guter Geist, Frieden, Harmonie;
über dieser Sache waltet ein Unstern;
hier haben rohe Kräfte gewaltet (sind rohe Kräfte am Werk gewesen);
Gnade, Milde, Vernunft, Vorsicht w. lassen (seinem Handeln zugrunde legen);
<subst.:> sie spürten das Walten (Wirken) einer höheren Macht.

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wạl|ten <sw. V.; hat [mhd. walten, ahd. waltan, eigtl. = stark sein, beherrschen] (geh.): a) (veraltend) gebieten, zu bestimmen haben, das Regiment führen: ein König waltet über das Land; im Haus waltete die Mutter; Ü Doch über Rosinski waltet das Schicksal selbst (Bamm, Weltlaterne 113); Freundlichen ... Blickes waltet sie der massiven silbernen Teekanne und schenkt ein, sowie sie nur eine leere Tasse gewahrt (A. Kolb, Schaukel 32); b) als wirkende Kraft o. Ä. vorhanden sein, herrschen: in diesem Haus waltet ein guter Geist, Frieden, Harmonie; über dieser Sache waltet ein Unstern; hier haben rohe Kräfte gewaltet (sind rohe Kräfte am Werk gewesen); Gnade, Milde, Vernunft, Vorsicht w. lassen (seinem Handeln zugrunde legen); Strenge waltete stets, und Strafe folgte auf dem Fuß (Dönhoff, Ostpreußen 154); Maßstab ist ... das Gewissen im Dienste der immanent waltenden Gerechtigkeit Gottes (NJW 19, 1984, 1081); Ich bezweifle, dass hier Zufall waltet (Th. Mann, Zauberberg 139); <subst.:> sie spürten das Walten (Wirken) einer höheren Macht; c) *das walte Gott (das gebe Gott).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Walten — Walten, verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1. Thätig seyn, wirken; eine längst veraltete Bedeutung, von welcher das noch zuweilen gangbare Mühwaltung, eine mit Mühe verbundene Thätigkeit, ein Überrest ist. Auch in dem Ausdrucke,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Walten — bezeichnet: einen Ortsteil der Stadt Sonthofen in Deutschland einen Ortsteil der Gemeinde St. Leonhard in Passeier in Südtirol, Italien, siehe Walten (St. Leonhard) Siehe auch: Velký Valtinov (Deutsch: Groß Walten) …   Deutsch Wikipedia

  • walten — (früher Vst) Vsw erw. obs. (8. Jh.), mhd. walten, walden, ahd. waltan, andfrk. waldan Stammwort. Aus g. * wald a Vst. (reduplizierend) walten , auch in gt. waldan, anord. valda (mit unregelmäßigem Präteritum), ae. wealdan, afr. walda.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • walten — walten: Das gemeingerm. Verb mhd. walten, ahd. waltan, got. waldan, aengl. wealdan, älter schwed. vålla (heute = »verursachen«) gehört zu idg. *u̯al dh »stark sein, beherrschen«, vgl. z. B. lit. valdýti »regieren« und russ. vladet »besitzen,… …   Das Herkunftswörterbuch

  • walten — V. (Mittelstufe) geh.: Herrschaft ausüben, herrschen Synonym: gebieten (geh.) Beispiel: Der König waltet hier schon 50 Jahre. walten V. (Aufbaustufe) geh.: über eine längere Zeit vorhanden sein Synonyme: bestehen, existieren, herrschen Beispiele …   Extremes Deutsch

  • walten — Das walte Gott!: eine höhere Schicksalsmacht soll sich der Sache annehmen. Oft in der parodierenden Form: Das walte Hugo und die sieben Zwerge.{{ppd}}    Jemand läßt den lieben Herrgott walten: ein Mensch verhält sich sehr gleichgültig und… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • walten — a) an der Spitze stehen, das Regiment führen, das Steuer/die Zügel in der Hand haben, die Befehlsgewalt haben, die Geschicke des Staates bestimmen, die Herrschaft/Gewalt/Macht ausüben, die Herrschaftsgewalt/Regierungsgewalt innehaben, führen,… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • walten — wạl·ten; waltete, hat gewaltet; [Vi] 1 <Gerechtigkeit, Gnade, Milde> walten lassen gerecht sein oder keine (harte) Strafe erteilen 2 seines Amtes walten die Aufgaben eines Amtes ausführen …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • walten — wạl|ten (gehoben); Gnade walten lassen; {{link}}K 82{{/link}}: das Walten der Naturgesetze …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Walten, S. — S. Walten (3. Aug. al. 3. Mai), auch Walen, Walthen, Waitheof etc. genannt, war Abt von Melroß in Schottland. Er starb im J. 1180. (I. 241.) …   Vollständiges Heiligen-Lexikon